Wer täglich mehrere Dutzend Nachrichten über Messerangriffe, Geopolitik und Impfschäden konsumieren möchte, ohne dabei auf klassische Redaktionen angewiesen zu sein, findet in deutschsprachigen Telegram-Kanälen ein wachsendes Angebot. "Kampf für unsere Zukunft" ist einer dieser Kanäle — und mit über 51.000 Abonnenten kein kleiner.
Der Betreiber beschreibt sein Projekt selbst als "Zusammenfassung des aktuellen Zeitgeschehens" und distanziert sich ausdrücklich von Gewalt und Faschismus. Was der Kanal tatsächlich liefert, ist eine kuratierte Mischung aus Nachrichtenausschnitten, Videos und Kommentaren, die inhaltlich einem klar erkennbaren Weltbild folgen. Die Themenschwerpunkte sind dabei konsistent: Gewaltkriminalität in Deutschland mit implizitem oder explizitem Migrationsbezug, Skepsis gegenüber der Corona-Impfpolitik, Kritik an der Energiewende, internationale Konflikte — besonders rund um den Iran, die Ukraine und die USA — sowie gelegentliche Werbung für Nahrungsergänzungsmittel wie Mariendistel oder Gerstengras.
Der Stil ist direkt, oft mit sarkastischen Einschüben versehen. Formulierungen wie "diesmal scheint es optisch aber mal kein zugereister Raketenforscher zu sein" machen deutlich, dass der Kanal keine Neutralität anstrebt. Quellen sind häufig Journalistenwatch, Apollo News oder Report24 — Medien, die im rechtskonservativen bis verschwörungsaffinen Spektrum angesiedelt sind. Ergänzt wird das durch Inhalte von Telegram-Kanälen wie "illuminatibot", was den Charakter des Angebots weiter verdeutlicht.
Was der Kanal gut macht: Er postet mehrmals täglich, oft vier bis acht Beiträge in kurzer Zeit, was eine gewisse Aktualität erzeugt. Für sein Zielpublikum — Menschen, die sich von etablierten Medien nicht ausreichend informiert fühlen — wirkt er wie eine Art alternativer Nachrichtenaggregator. Die Kommentare des Betreibers geben dem Kanal eine persönliche Note, die bei Followern Vertrauen erzeugt.
Was kritisch zu bewerten ist: Die Quellenauswahl ist einseitig, Falschinformationen werden nicht kenntlich gemacht, und Behauptungen über Impfschäden oder geopolitische Ereignisse werden ohne Einordnung weitergereicht. Die eingestreute Produktwerbung — von Propolis bis Leberpräparaten — wirkt wie ein Fremdkörper und lässt kommerzielle Interessen erahnen. Der Kanal bewegt sich in einer Grauzone zwischen Meinungskanal, Nachrichtenfilter und Desinformationsverbreitung.
Für wen ist dieser Kanal geeignet? Für Menschen, die bereits ein starkes Misstrauen gegenüber Mainstream-Medien, Impfpolitik und westlicher Außenpolitik mitbringen und nach einer Gemeinschaft suchen, die dieses Weltbild teilt. Wer hingegen faktenbasierte, eingeordnete Berichterstattung sucht, wird hier nicht fündig. Eine kritische Grundhaltung gegenüber den gezeigten Inhalten ist beim Konsum dieses Kanals unbedingt erforderlich.