Wer nach alternativen Wegen sucht, um Pflanzen, Tiere und sogar das eigene Wohlbefinden zu beeinflussen, stößt früher oder später auf Konzepte wie Elektrokultur, Energiewirbel und sogenannte "Verschränkungsbehandlungen". Genau hier positioniert sich der Telegram-Kanal von Jens, dem selbsternannten BaumMentor, der unter dem Titel "EnergieKultur" eine wachsende Gemeinschaft um sich versammelt hat.
Der Kanal dreht sich im Kern um eine Mischung aus Elektrokultur, Radiästhesie, Kupfersulfat-Anwendungen, geometrischen Zeichen und energetischen Methoden, die laut Betreiber bei Pflanzen, Haustieren und Menschen wirken sollen. Konkret tauchen Themen auf wie die Vitalisierung von Gartenwasser mit speziellen Spangen, das Einlegen von Körpersekreten in Kupfersulfatlösung zur Behandlung von Krankheiten, das Aufzeichnen von Symbolen für "Heiliges Wasser" sowie der Einsatz von Wirbelscheiben zur Energetisierung von Lebensmitteln. Der Kanal lebt stark von Erfahrungsberichten der Community: Nutzer schildern, wie ihre inkontinenten Hunde nach einer Sternen-Anwendung keine Tabletten mehr benötigen, wie ein stotterndes Auto durch eine Drahtschlinge unter dem Fahrersitz repariert wurde oder wie Depressionen einer Partnerin durch einen "verschränkten Flussstein" in Kupfersulfat innerhalb von Stunden verschwanden.
Jens selbst tritt dabei als Impulsgeber auf, der ausdrücklich keine medizinischen Empfehlungen ausspricht und Eigenverantwortung betont. Das ist einerseits ehrlich, andererseits schützt es den Kanal davor, für die teils sehr weitreichenden Heilsversprechen seiner Community haftbar gemacht zu werden. Die Grenze zwischen inspirierendem Erfahrungsaustausch und gefährlicher Fehlinformation ist hier strukturell fließend, besonders wenn es um Herzprobleme, Schilddrüsenerkrankungen oder psychische Leiden geht.
Stilistisch ist der Kanal bodenständig und persönlich gehalten: kein Hochglanz, keine aufwendige Aufmachung, dafür direkte Kommunikation zwischen Jens und seinen Followern, gelegentliche Texte aus seiner Ideenwerkstatt-Website und regelmäßige Leserpost. Die Posting-Frequenz liegt bei mehreren Beiträgen täglich, wobei Community-Berichte den Großteil des Inhalts ausmachen. Mit über 56.000 Abonnenten hat der Kanal eine beachtliche Reichweite für dieses Nischensegment.
Was der Kanal gut macht: Er schafft eine echte Gemeinschaft, in der Menschen ihre Erfahrungen teilen und sich gegenseitig bestärken. Der Ton ist herzlich und authentisch, Jens wirkt nicht wie ein klassischer Verkäufer.
Was fehlt oder problematisch ist: Eine kritische Reflexion der vorgestellten Methoden findet kaum statt. Wissenschaftliche Einordnung fehlt vollständig. Wer medizinische Hilfe braucht, könnte durch solche Berichte von angemessener Behandlung abgehalten werden, auch wenn Jens formal auf Eigenverantwortung besteht.
Dieser Kanal ist für Menschen gedacht, die offen für esoterische und alternativenergetische Konzepte sind und aktiv nach unkonventionellen Methoden suchen. Wer wissenschaftlich fundierte Informationen zu Pflanzenpflege oder Tiergesundheit erwartet, wird hier nicht fündig. Abonnieren lohnt sich nur mit einem klaren, kritischen Blick auf das Gelesene.