Beate Bahner ist in Deutschland vor allem als Rechtsanwältin bekannt, die während der Corona-Pandemie durch ihre scharfe Kritik an den staatlichen Maßnahmen und Grundrechtseingriffen öffentliche Aufmerksamkeit erlangte. Ihr Telegram-Kanal trägt diesen Namen und richtet sich an ein Publikum, das staatskritische Positionen teilt und Misstrauen gegenüber etablierten Medien und politischen Institutionen hegt.
Inhaltlich bewegt sich der Kanal in einem Spektrum, das von Corona-Aufarbeitung über geopolitische Meldungen bis hin zu handfesten Warnsignalen reicht. Regelmäßig erscheinen Beiträge, die die Impfpolitik der Pandemiejahre als Angriff auf Grundrechte rahmen und die damalige Bundesregierung sowie den sogenannten "Linksblock" scharf angreifen. Solche Texte sind erkennbar meinungsstark formuliert und sprechen ein Publikum an, das die offizielle Pandemiepolitik grundsätzlich ablehnt.
Daneben finden sich auf dem Kanal kurzfristige Eilmeldungen zu internationalen Themen, etwa zu Entwicklungen im Nahen Osten oder diplomatischen Verhandlungen zwischen Großmächten. Diese Nachrichten sind meist knapp gehalten und ohne erkennbare Quellenangaben, was eine eigenständige Überprüfung erschwert.
Doch hier beginnt das eigentliche Problem dieses Kanals, und es ist gravierend. Zwischen den politischen Inhalten tauchen regelmäßig Beiträge auf, die klassische Merkmale eines Anlagebetrugs aufweisen: angebliche Bitcoin-Auszahlungsbestätigungen in Millionenhöhe, Aufforderungen zur Einreichung von "Anlageanfragen" und Kontaktlinks zu verdächtigen Administratoren. Diese Posts sind unverkennbar als Krypto-Scam einzustufen. Solche Inhalte auf einem Kanal mit über 265.000 Abonnenten zu verbreiten, ist nicht nur unverantwortlich, sondern potenziell kriminell relevant.
Es ist unklar, ob diese Beiträge vom eigentlichen Kanalinhaber stammen oder ob der Kanal kompromittiert wurde. Doch für Abonnenten spielt diese Unterscheidung kaum eine Rolle: Wer dem Kanal vertraut und auf solche Anlageangebote eingeht, riskiert erheblichen finanziellen Schaden.
Stilistisch wechselt der Kanal abrupt zwischen langen, argumentativen Texten zur deutschen Innenpolitik und knappen Schlagzeilen ohne Kontext. Eine redaktionelle Linie ist kaum erkennbar. Wer fundierte juristische Analysen oder seriösen politischen Kommentar erwartet, wird enttäuscht. Was bleibt, ist ein Kanal, der zwar ein klar definiertes Weltbild bedient, dabei aber jede journalistische Sorgfalt vermissen lässt.
Fazit: Dieser Kanal ist in seinem aktuellen Zustand nicht empfehlenswert. Die Mischung aus staatskritischem Populismus und offensichtlichen Betrugsinhalten macht ihn nicht nur unzuverlässig, sondern für unvorsichtige Nutzer gefährlich. Wer sich für die Positionen Beate Bahners interessiert, sollte auf verifizierte Quellen zurückgreifen und diesem Kanal mit erheblicher Skepsis begegnen.